Die Verluste von Anlegern des umstrittenen Finanzdienstleisters AWD (Allgemener Wirtschaftsdienst) sind sehr viel größer als von AWD-Gründer Carsten Maschmeyer bislang zugegeben. Der erneut in verschiedenen Medien kritisierte Maschmeyer sprach in jüngster Zeit immer wieder von Einzelfällen. Der NDR hat eine Liste mit den Namen und Beteiligungssummen von mehr als 30.000 Anlegern, die in verlustreiche geschlossene Fonds investiert hatten. Dabei handelt es sich um hochriskante Finanzbeteiligungen, die auch einfache Anleger zu haftenden Unternehmern machen.
Die AWD-interne Liste, die auch dem Magazin "Stern" vorliegt, nennt eine Vermittlungssumme von rund einer Milliarde Euro. Anlegern, die auf der Liste stehen, hatten AWD-Berater in den 90er-Jahren sogenannte "Drei-Länder-Fonds" vermittelt. Diese Fonds brachten den Beratern und dem AWD extrem hohe Provisionen, entwickelten sich aber nach Beobachtungen der Stiftung Warentest allesamt schlecht. Die Anleger erlitten auch nach Abzug von Ausschüttungen und möglichen Steuervorteilen großenteils hohe Verluste - teilweise von mehreren zehntausend Euro.
Im Einzelfall sollte daher - auch da Ansprüche zu verjähren drohen - die Angelegenheit durch einen Rechtsanwalt überprüft und die Ansprüche gerichtlich geltend gemacht werden.
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